Die Malereien stehen in der Tradition der Manessischen Handschrift, einer der wichtigsten profanen Schriften des Hochmittelalters, die in Zürich in unmittelbarer Nähe zur Brunngasse entstanden ist.


Das Haus Brunngasse 8 gehörte einst einer wohlhabenden jüdischen Familie, die vor allem im Kreditwesen tätig war. Diese Familie hat die Malereien sehr wahrscheinlich in Auftrag gegeben. Diese Behauptung wird gestützt durch Inschriften in hebräischer Schrift, mit denen etliche Wappenschilder bedeutender Adelsgeschlechter der Zeit angeschrieben wurden.
Die freigelegten Malereien zeigen eine Tanzszene und Szenen zur Falknerei. Es sind Motive aus der allgemeinen damaligen Kultur im Umfeld des höfischen Minnegesanges.

 

Im jüdisch-europäischen Kontext stellen die mittelalterlichen Malereien ein Unikat dar als von Juden in Auftrag gegebene Profanmalereien. Diese Aussage wird auch durch mehrere international bekannte Wissenschaftler gestützt.

Zur gleichen Zeit wie die Malereien verfasste Rabbi Moses ben Menachem, selbst Teil der jüdischen Familie, welche die Liegenschaft besass, den Zürcher Semak (Sefer Mizwot Katan), eine für den Alltag bestimmte jüdische Gesetzessammlung.


Die jüdische Bevölkerung Zürichs wurde 1349, also wenige Jahre nach Entstehung der Malereien, vertrieben oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt.